Gestohlene Pixel

Habbo Hotel ist eine virtuelle Welt, die sich nach eigener Aussage primär an Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren richtet. Personalisierte Avatare können dort in einem virtuellen Hotel miteinander in Kontakt treten. Die Hotelräume können – gegen echtes Geld – mit virtuellen Möbeln und anderem Inventar ausgestattet werden. Nach eigener Aussage sollen rund 15 Millionen Nutzer Mitglied im Habbo Hotel sein.

Eine gewisse Bekanntheit hatte die Online-Welt bereits vor einigen Jahren auch außerhalb ihrer eigentlichen Zielgruppe erreicht, als die Mitglieder des anonymen Forums “4Chan” über die Plattform herfielen und dort mit Hilfe ihrer Avatare den Zugang zum beliebten Pool sowie alle Ein- und Ausgänge blockierten. Die sonst übliche Interaktion war damit weitgehend lahmgelegt worden.

Gegenwärtig ist die finnische Polizei mit der Plattform beschäftigt. Dieses Mal geht es jedoch um bares Geld: Rund 60 Millionen USD sollen jedes Jahr mit virtuellen Gütern auf der Plattform umgesetzt werden. Dies zieht auch Kriminelle an. Nach Auskunft der finnischen Polizei wird gegenwärtig in 400 unterschiedlichen Fällen wegen des Diebstahls virtueller Güter ermittelt. In einzelnen Fällen soll es sich um Schadenssummen von bis zu 1.000 EUR handeln. Dies ist grundsätzlich nichts ungewöhnliches: Sowohl Habbo war in der Vergangenheit betroffen als auch fast alle anderen Online-Spieleplattformen, insbesondere im asiatischen Raum wo deren Popularität die in Europa noch weit übertrifft.

Technisch sollen vor allem Phishing-Attacken die virtuellen Diebstähle ermöglicht haben. Mit Hilfe der darüber erlangten Zugangspasswörter können die virtuellen Gegenstände leicht zwischen unterschiedlichen Accounts hin- und hergetauscht werden. Mit Hilfe von professionellen Brokern, wie z.B. ige können virtuelle Güter später in echtes Geld getauscht werden.

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