Cyberangriffe „stehen auf einer Ebene mit einem Raketenangriff oder dem globalen Terrorismus“ stellte kürzlich ein hoher NATO-Vertreter fest. Mit dieser Aussage brachte er den Stellenwert zum Ausdruck, den diese militärische Organisation der Problematik gegenwärtig beimisst. Auch die Einrichtung eines eigenen Exzellenzzentrums, das sich ausschließlich mit kooperativer Cyber-Abwehr beschäftigt, zeigt die wachsende Bedeutung dieses Phänomens. Ein besonderes Problem in diesem Zusammenhang liegt in der Tatsache, dass derartige Angriffe nicht mehr nur von Staaten und umfassend ausgerüsteten großen Organisationen durchgeführt werden können, sondern dass zunehmend auch Einzelpersonen und kleinere Tätergruppen über entsprechende Kapazitäten verfügen. Dies lässt die in den letzten Jahren vermehrt auftretende Frage nach der Gefährlichkeit von cyberterroristischen Aktivitäten in einem neuen Licht erscheinen.

Was genau unter dem Begriff „Cyberterrorismus“ zu verstehen ist, bleibt umstritten. Zum Teil werden hierunter alle terroristischen Handlungen verstanden, die auch nur einen entfernten Bezug zu Computern aufweisen, z.B. das Versenden einer E-Mail durch einen Terroristen. Anderer Ansicht nach kann nur eine engere Sichtweise dem Phänomen gerecht werden. Danach können nur terroristische Angriffe, die über oder mit Hilfe des Internet ausgeführt werden, als Cyberterrorismus qualifiziert werden. Neben den Möglichkeiten, das Internet für Angriffe zu nutzen, ist weiterhin die Option zu bedenken, dass Terroristen das Internet für sonstige Tätigkeiten einsetzen, etwa zur verschlüsselten Kommunikation, zur Vorbereitung klassischer Anschläge oder zur Verbreitung von Propaganda.

Mehrere Forschungsprojekte und Publikationen haben sich sowohl mit der Frage beschäftigt, welche technischen Möglichkeiten und Optionen Terroristen bei der Nutzung des Internet offen stehen als auch den juristischen Bekämpfungsstrategien (insbesondere im Hinblick auf internationale Instrumente).