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Broadcast your Jihad

Samstag, 11. September 2010

“Broadcast your Jihad” war bereits vor mehreren Jahren das Motto eines Videos auf YouTube, das dazu aufrief, Propaganda-, Anleitungs-, und Jihad-verherrlichende Videos auf YouTube hochzuladen und sie so einer größeren Gemeinde zugänglich zu machen. Eine fünfteilige Serie des Middle East Media Research Institutes (Links abrufbar über die Homeland Security Digital Library) greift dieses Thema aktuell wieder auf.

YouTube ist insbesondere unter zwei Gesichtspunkten interessant. Zum einen ist schon aufgrund der schieren Masse an Material eine Kontrolle so gut wie unmöglich. Angeblich werden jede Minute etwa 24 Stunden an neuem Material durch die Nutzer hochgeladen und damit zum Download zur Verfügung gestellt. Bis ein Video wieder vom Netzt genommen werden kann, vergeht in der Regel genug Zeit, damit das Video in der Zwischenzeit von beliebig vielen anderen Seiten gespiegelt werden kann. Zum anderen werden die Videos nicht nur eingefleischten Hardcore-Jihadis zur Verfügung gestellt, sondern können von ganz anderen Nutzergruppen betrachtet und kommentiert werden. Dies bietet die Chance, auch neue Interessenten zu gewinnen, die sich ein Video auf YouTube anschauen, jedoch (noch) nicht bereit wären, sich zum aktuellen Zeitpunkt auf rein extremistischen Seiten zu surfen.

Dass diese Überlegungen offenbar auch die Terroristen antreiben, zeigen einige Beispiele aus dem Beitrag. Anwar Al-Awlaki hat zum Beispiel mehr als 2.500 englischsprachige Videos und Vorträge auf YouTube hinterlassen. Ob seine Anhänger Nidal Hisan (Fort Hood) oder Umar Farooq Abdulmutallab (der Weihnachtsbomber) gerade aufgrund seiner Videos ihre Taten begangen wird man nicht eindeutig klären können. Die Möglichkeit besteht aber natürlich. Auch andere Gruppen, z.B. der “Jihadi Fan Club”, der das Attentat vom 11. September 2001 verteidigt, die Taliban und viele Einzelkämpfer laden ständig neues Material hoch: vom gefilmten Anschlag über einschlägige Anleitungen bis hin zur hasserfüllten Predigt ist alles dabei. Das alte Motto “broadcast your Jihad” scheint also immer noch Gültigkeit zu haben.

Inspirationsquelle

Montag, 26. Juli 2010

Die im Jemen beheimatete Gruppe “al Qaida auf der Arabischen Halbinsel” hat ein neues englischsprachiges Magazin mit dem Titel “Inspire” veröffentlicht. Obwohl es sich nicht um die erste oder gar einzige englischsprachige Jihad-Publikation handelt, löste die Veröffentlichung eine ganze Reihe von Kommentaren und Berichten in vielen verschiedenen Medien aus. Zum Teil wird dies mit Verwunderung beobachtet, denn andere englischsprachige (und sogar deutschsprachige) Medien, z.B. Webseiten oder Videos sind bereits seit längerer Zeit verfügbar. Weiterhin wird der “Markt” für englischsprachige Jihad-Magazine als nicht übermäßig groß eingeschätzt. Auch inhaltlich wird das Magazin kritisiert: Abgesehen von technischen Schwierigkeiten (das PDF ist zum Teil kaputt (und enthält nach einigen Gerüchten einen Trojaner)) scheinen große Teile inhaltlich recycelt zu sein, so dass fraglich ist, ob tatsächlich der al Qaida-Arm oder lediglich lose verbundene Sympathisanten hinter der Produktion stehen. Jihadica bringt die Kritik auf den Punkt:

Inspire ist ein Tropfen im Ozean der Jihad Propaganda. Viele Medien verkennen dabei 1. wie groß und 2. wie alt dieser Ozean ist.